Was macht das Leben am Marktplatz Reutlingen aus?
Der Reutlinger Marktplatz ist der Ort, an dem die Stadt zusammenkommt – und die Wilhelmstraße 73 steht mittendrin, am Übergang von Fußgängerzone und Platz. Aus allen Richtungen führen die Wege der Passanten an dem Haus vorbei.
Dabei ist Reutlingen mehr als eine gewachsene Altstadt: Mit rund 116.000 Einwohnern und über 300.000 Menschen im 20-Kilometer-Umkreis ist die Stadt das größte Wirtschaftszentrum zwischen Stuttgart und dem Bodensee.
Wie es sich hier lebt, erzählt sich über einen Gegensatz. Draußen ist die ganze Stadt unterwegs, drinnen strahlt das Haus Ruhe aus – vom geschäftigen Alltag der Reutlinger bekommt man hinter diesen Mauern wenig mit. Der Eingang liegt in der ruhigen Seitengasse, und die Fenster rahmen die Wahrzeichen der Altstadt ein. Komfortabel und repräsentativ, mitten im Geschehen und trotzdem für sich.
„Diese Lage ist in Reutlingen einmalig. Jeder Reutlinger kennt das Haus im Herzen der Stadt – genau das stärkt die Vermietbarkeit der Wohnungen nach einer Sanierung.“
— Anja Gebauer, Geschäftsführerin, KRAMS Immobilien

Welche Geschichte steckt im Haus Wilhelmstraße 73?
Seit 1871 saß hier J. Kocher, Buchhandlung und Verlag, der an dieser Adresse über 130 Jahre lang Bücher druckte und verkaufte. Das Haus selbst ist älter; ein gesichertes Baujahr gibt es nicht.
Wer durch die Reutlinger Altstadt geht, kommt an diesem Giebel kaum vorbei. Das Stadtarchiv Reutlingen führt in seiner Fotodatenbank Aufnahmen des Hauses bis in die Nachkriegszeit; eine davon zeigt 1950 die Schaufenster der Buchhandlung und die Straßenbahn davor. Es gehört zu den meistfotografierten Häusern am Platz.
Die Nachbarschaft erzählt dieselbe Geschichte weiter. Gleich neben dem Haus steht der Spitalhof, wenige Schritte entfernt die Marienkirche und der Maximiliansbrunnen. Heute funkelt im Erdgeschoss der Schmuck von Oro Vivo, dort, wo früher die Bücher auslagen – ein Wechsel der Auslage, nicht des Charakters.
Welche historische Substanz ist erhalten geblieben?
Hinter der Fassade sind die Materialien aus der Zeit des Verlagshauses größtenteils erhalten geblieben: Fischgrätparkett im zweiten, breite Pitch-Pine-Dielen im dritten Obergeschoss, dazu getäfelte Fensterbrüstungen und ein Treppenhaus im Gründerzeitstil.
Der Weg ins Haus beginnt an der historischen Haustür zur Krämerstraße. Dahinter dämpft eine originale Wandvertäfelung aus dunklem Holz den Lärm des Platzes; mit einem Schritt wird es still und erhaben. Am Ende des Eingangs setzt das Treppenhaus an, das geschwungene Holzgeländer im Gründerzeitstil führt hinauf ins erste Obergeschoss.
Seine ganze Weite entfaltet das Treppenhaus weiter oben: Ab dem zweiten Obergeschoss wird es höher und heller, durch den Lichtschacht fällt Tageslicht von oben tief ins Haus.
Die schönsten Spuren liegen in den ehemaligen Wohnräumen des Verlags. Im dritten Obergeschoss ziehen sich feine Holzdielen über den langen Flur, die getäfelten Brüstungen unter den Fenstern sind geblieben. Selbst in der alten Küche liegt noch der originale Fliesenboden im braun-beigen Schachbrettmuster.

Wie fühlt sich Wohnen über den Dächern der Altstadt an?
Wer die oberen Etagen betritt, merkt schnell, warum hier Wohnen empfohlen wird: hohe Räume, Tageslicht von beiden Seiten und Fenster, die den Blick über die Altstadt führen. Drei Etagen, jede mit einem eigenen Charakter.
Das erste Obergeschoss öffnet sich gleich links vom Treppenhaus, weitläufig und hoch, breite Flure verbinden die Räume, zweiflügelige Fenster lassen viel Licht herein. Im zweiten Obergeschoss reihen sich großzügig geschnittene Zimmer hinter einem breiten Flur, das Licht kommt von beiden Seiten und legt sich warm über das erhaltene Fischgrätparkett. Zum Marktplatz hin liegt der hellste Raum: Aus den Fenstern fällt der Blick auf das Alte Rathaus, den Maximiliansbrunnen und in die Katharinenstraße – ein Postkartenmotiv.
Im dritten Obergeschoss, dem früheren Wohnbereich des Verlags, wird der Blick weiter. Über die Ziegeldächer hinweg reicht er bis zum Tübinger Tor und zum List-Gymnasium. Aus dieser Etage könnten nach einer Sanierung zwei helle Wohnungen gestaltet werden.
Ganz oben, unter dem Dachstuhl, wechselt die Stimmung noch einmal. Die Holzbalken liegen frei, der Dielenboden zieht sich bis unter die Schrägen, durch die Dachfenster fällt von hier der weiteste Blick über die Stadt. Wo heute der Spitzboden beginnt, ließe sich die Decke öffnen und eine Galerieebene einziehen – eine Wohnung über zwei Ebenen, leicht und zurückgezogen.
Vor der Tür liegt die Dachterrasse, hoch über den roten Ziegeln, dem Spitalhof zugewandt. An einem Sommerabend wird es hier oben still. Steht man dort, geht der Blick über den Spitalhof hinweg, das Gartentor liegt fast auf Augenhöhe, und rechts dahinter erhebt sich die Achalm mit ihrem Turm.
Was ist das Besondere an der Wilhelmstraße 73 aus Expertensicht?
Den Reiz des Hauses sieht KRAMS-Geschäftsführerin Anja Gebauer darin, dass es sich entwickeln lässt, ohne dass der laufende Ertrag stillsteht.
Der langjährige Ankermieter im Erdgeschoss bleibt erhalten, während die oberen Etagen saniert werden können. So entsteht im Kern des Hauses kein Leerstand, und die Mieteinnahmen begleiten die Arbeiten. Nach und nach können bis zu acht exklusive Stadtwohnungen in zentraler Lage entstehen.
Kurz gesagt: ein langjähriger Ankermieter im Erdgeschoss, gut erhaltene Substanz über alle Stockwerke hinweg in einer Lage, die sich in Reutlingen nicht wiederfinden lässt.
„Häuser am Marktplatz Reutlingen wechseln selten den Besitzer. Wenn eines frei wird, ist das eine große Chance für Anleger – und dieses Stadthaus verbindet eine sichere Vermietung mit großem Entwicklungsspielraum.“
— Anja Gebauer, Geschäftsführerin, KRAMS Immobilien

